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Ein Pferd kommt selten allein ....
.... notfalls auch mit Ziege
Pferde sind Herdentiere. Ein Pferd würde sich in freier Wildbahn immer anderen Pferden anschließen. Nur in der Herde kann das Pferd seine Bedürfnisse erfüllen. Die Herde verschafft Gemeinschaft, Versorgung, Spiel, Nähe und Sicherheit.
Die Herde wird normalerweise von ein oder zwei Tieren angeführt, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. In der freien Wildbahn sind dies Leitstute und Leithengst. Die Leitstute kennt Wasserquellen, Weidegründe und Ruheplätze und führt die Herde - in Arealen von bis zu 60 km2 - in regelmäßigen Abständen zu den unterschiedlichen Plätzen. Der Leithengst sichert die Gruppe bei ihren Wanderungen nach hinten gegen Feinde ab und treibt Nachzügler zur Herde zurück.
Der domestizierte Herdenverband kommt normalerweise ohne Leithengst aus, denn die Hengste werden meist einzeln gehalten. Die Aufgaben der Leitstute werden in der Regel von Menschen wahrgenommen, die für Futter und Wasser sorgen und die Weidegänge organisieren. Die Sicherung gegen natürliche Feinde ist unnötig, denn pferdefressende Raubtiere kommen in unserer Region nicht vor. Dennoch gibt es auch in der domestizierten Gruppe eine Rangordnung, zumindest dann, wenn die Gruppe stabil ist.
Das Verhalten der einzelnen Tiere im Herdenverband ist ungeheuer interessant, denn jedes Pferd ist ein Individuum. Ähnlich wie der Mensch verfügt es über allgemeine "pferdische" Verhaltens- und Kommunikationsmuster, ist aber auch auf die ureigene spezifische Weise in dieser Welt - sowohl in Beziehung zu den Leittieren als auch zu den höher- und niederrangigen Mit-Pferden. Es lohnt sich sehr, sich mit dem Leben der Pferde und ihrer Sprache intensiver zu beschäftigen.  |